Amy Lee
Am Ende

Der letzte kleine Funke Hoffnung wird verglühen, wird ausgelöscht. Irgendwann. Was bleibt? Reicher um eine Erfahrung ohne greifbaren Sinn. Keine Antwort auf die Frage nach dem „Warum“. Ratlosigkeit. Vergeudet die investierte Zeit. Zwecklos all das Gesagte und Ungesagte, anscheinend konnte es nie etwas ändern.

Fragen und Zweifel fressen sich durch rationale Gedanken, beißen sich fest, unheilbar. Mag die Zeit alle Wunden heilen, heilt sie doch nicht den Schmerz, der zurückbleibt, konserviert in alten Erinnerungen.

 

Was haben wir zurückgewiesen? Einfluss zu nehmen auf die Situation zwischen uns. Verantwortung zu übernehmen für den Umgang mit dem Anderen. Einseitig der Wille und die Entschlossenheit sich entgegen zu kommen. Einbahnstraße ohne Ausweg. Am Ende bleibt die Gewissheit, dass es das Ende ist.

 

5.2.07 22:48


Nicht weit genug

Bald ist es soweit. Bald werde ich mich auf den Weg machen. Werde weitergehen ohne den Weg zu kennen. Es gibt weder Ziele noch Etappen. Ich werde einen Platz finden, an dem ich ausruhen kann. Werde mich für eine Weile zurücklehnen und nachdenken über meine kleine Welt, in der es so still geworden ist. Dann werde ich an dich denken und weitergehen. Schritt für Schritt auf dem Trampelpfad, der mich weg führt. Weit weg von dir, und doch nicht weit genug…

29.1.07 12:31


Tief

Der Schmerz tut gut. Überdeckt die Wunden, die stärker bluten und nicht heilen wollen. Gefallen und schonungslos aufgeschlagen auf dem harten Boden der Realität. Orientierungslos und zögernd Ausschau haltend nach dem nächsten Schritt, der darauf wartet, gegangen zu werden. Verschwunden die Klarheit über Dinge, die getan werden müssen.

Jeder Schnitt eine kurze Erleichterung. Gedankenlos, nur einen Augenblick lang. Für einen kurzen Moment in einer heilen Welt, in der die Wahrheit bedeutungslos erscheint. Bedeutungslos die Erinnerung an dich, die Erinnerung an vergangene Tage. Ein kurzer Moment der Konzentration auf die Klinge der Gegenwart. Der Schmerz tut gut.

 

29.1.07 12:30


Auf der Suche

Es wird spät. Ich gehe durch dunkle Räume, in denen ich noch nie gewesen bin und die trotzdem so vertraut erscheinen. Vorwärts, immer weiter auf der Suche nach dir. Zu viel Zeit zu suchen, zu wenig Zeit dich zu finden. Nirgendwo bist Du.

Draußen auf einer großen Wiese. Familien machen Picknick, Kinder spielen. Ich laufe weiter. Aufgeregt schaue ich umher auf der Suche nach Bruchteilen deiner Erscheinung. Plötzlich stehst du da, siehst auf mich herab mit deinen fragenden Augen. Ein kurzer Blick nach links. Für den Bruchteil einer Sekunde lang auf der Suche nach einem Wort. Will dir in die Augen sehen, du bist nicht mehr da. Verschluckt von der Wirklichkeit, von der ich mich so weit entfernt habe.

Ich mache mich auf die Suche. Ein letztes Mal…

 

29.1.07 12:30


Zweisamkeit

Weißt Du noch? Letztes Jahr im Sommer. Wir liegen im Wohnzimmer, nebeneinander auf dem Fußboden. Wozu reden? Angenehm die Gewissheit nichts sagen zu müssen. Wir genießen die Ruhe in uns und um uns herum. Nur daliegen. Sich fallen lassen. Ich lege meinen Arm um dich, lehne meinen Kopf an deine Schulter. Die Augen geschlossen. Ich küsse dich.

29.1.07 12:29


Herbsterwachen

Heute morgen bin ich aufgewacht. Du hast mich geweckt, langsam und qualvoll geweckt aus einem warmen, erfüllten Sommertraum. Die Leere kehrt zurück und nimmt den leeren Platz in meinem Herzen ein, den Du hinterlassen hast.

Nur mein Kopf vollkommen ausgefüllt. Bis in den letzten Winkel gefüllt mit Gedanken und Fragen. Ohnmächtig. Ich drehe mich um, blicke noch einmal zurück und genieße die Wehmut, genieße die Erinnerung an die Vergangenheit. Ungewohnt unbewohnbar die eigenen vier Wände. Unerhört und unbetont das Wesentliche. Die Einsamkeit kriecht hinein, leistet mir Gesellschaft. Ein für kurze Zeit zurückgelassener Begleiter, ein Freund aus alter, vergangener Zeit. Die Freude über das Wiedersehen bleibt aus.

29.1.07 12:28


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